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| Es ist Sonntag.
Wir sind früh unterwegs, um die Morgenkühle in der bald sonnenheißen
Wand zu nutzen. Kühl ist uns allerdings nicht mehr, denn unser Tempo ist straff und die Rucksäcke, bedingt durch allerhand notwendiges Eisen und Werkzeug, sind von stattlichem Gewicht. Der Waldhang, die steile Holzstiege... wir werden langsamer. Es ist nicht die Anstrengung, nein, wir sind angekommen. Diese letzten Meter sind für alle gleich, die von Erlebnishunger, Eroberungsdrang und Sendungsbedürfnis getragen oder getrieben zum Höllenhund finden. Gleich - nicht wegen der schweißigen Stirn, sondern wegen der Wand überm Kopf. Hier haben sich die vorauseilenden Erwartungen bereits mit dem Felsen verwoben. Eine Linie ist noch unberührt! Der schmale, rot-gelb geflammte Streifen am linken äußeren Rand neben dem für die Talwand charakteristischen, bogenförmigen Überhang! Als wir, Günter, Gisbert und ich, 1977 "Über die Hundenase" kletterten, sparten wir diese Wandformation aus. Der Rippeneinstieg genügte damals unserem Gesamtverständnis. Und heute? Diese Handtuchbreite: Ein kleines Feld für Bauern, die aus dem Vollen wirtschaften konnten. Warum trotzdem diese Begeisterung? Sie wurzelt in der Suche nach harmonischen Bewegungsfolgen, die uns tatsächlich im Schwierigen Leichtigkeit erleben läßt. Der Qualitätssprung ist es also, durch den die Veränderung an scheinbar festgeschriebenen Vorstellungen bewirkt wird. Sollten sich unsere Vorstellungen heute und hier erfüllen, erhält dieser bäuerliche Randstreifen einen Namen, der sich zum Gefühl geradezu schwereloser Leichtigkeit gesellt und zur Mitteilung aufschwingt. Das Intrigenspiel beim Besteigen der gar so wichtigen Karriereleiter im gesellschaftlichen, also wirtschaftlichen wie politischen Leben, wird Mobbing genannt, heutzutage schon ein Modebegriff. Dabei werden in böswilliger Absicht und zum eigenen Vorteil andere Menschen behindert. Schlimmer noch: Das Böse selbst gibt sich nicht zu erkennen. Es bedient sich bei diesem "Spiel" der unwissenden Volksmenge, die, einmal aufgewiegelt, zum Mob wird. Ein "Gesellschaftsspiel" der menschlichen Rasse, was keinem dauerhaft nützt, aber alle krank und kränker macht - also "no mobbing". Motivation und gediegene Basis, Kartoffeln und Naturdünger - Ertrag auch auf einem kleinen Acker. Das Hiersein füllt den Tag aus. Begeistert über die Anordnung der Felsstrukturen und die glücklichen Fügungen beim Schlagen der notwendigen Sicherungsösen, beenden wir schon mittags, oben wo die "Hundenase" auf die "Südwestkante" trifft, die Tour. Abends, während sich der Grund wieder mit angenehmer Kühle füllt, klettern Michi und ich die obligatorische RP-Begehung. Selbstverständlich...oder doch nicht so selbstverständlich?! ...no mobbing! Auszug aus Zwischen Schneckenhaus und Dom
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